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Pflanz- & Pflegehinweise

Qualitätskriterien

Kletterpflanzen entwickeln sich über viele Jahre und sollen zuverlässig wachsen, begrünen und gesund bleiben. Umso wichtiger ist es, beim Kauf auf gute Qualität zu achten. Folgende Kriterien helfen dabei, robuste und langlebige Pflanzen auszuwählen.

Auf gesunde, kräftige Pflanzen achten:

Gesunde, kräftige Triebe

  • Die Triebe sollten fest, unverletzt und gut ausgereift sein.
  • Keine weichen, verkrüppelten oder beschädigten Stellen aufweisen.
  • Triebe sollten bereits an einer kleinen Rankhilfe befestigt sein.

Gut entwickeltes Wurzelsystem

  • Der Wurzelballen sollte durchwurzelt, aber nicht überwuchert sein.
  • Keine fauligen Gerüche oder matschigen Stellen aufweisen.
  • Bei Containerpflanzen: Wurzeln dürfen aus den Abzugslöchern ragen, aber nicht spiralförmig um den Topf wachsen.

Frei von Schädlingen und Krankheiten

  • Keine sichtbaren Schädlinge wie Blattläuse, Spinnmilben oder Weiße Fliegen.
  • Keine Pilzbeläge oder Mehltau.

Pflanzgrube:

Das Pflanzgrube muss mindestens die doppelte Breite und Tiefe des Wurzelballens aufweisen. Die gesamten Wurzeln sollten ohne Biegen Platz haben. Ballen und Wurzeln von Containerpflanzen werden vor dem Versenken in der Pflanzgrube gelockert, damit besseres Anwachsen gewährleistet ist. Je schwerer der Boden, desto tiefer sollte gegraben werden. Im unteren Bereich des Pflanzloches wird der Boden noch zusätzlich spatentief gelockert. Es sollte darauf geachtet werden, dass die Hauptachsen der Gehölze senkrecht stehen. Die Kletterpflanzen sollten zudem nicht tiefer gepflanzt werden als sie zuvor im Topf waren.

Wühlmausgitter:

Vor allem wenn bekannt ist, dass Wühlmäuse vorkommen, sollte der Wurzelballen vor der Pflanzung mit einem Wühlmausgitter versehen werden:

  • Gitter mit maximaler Maschenweite von 13 mm verwenden
  • Gitter sollte bei der Pflanzung bis zum Stamm an der Oberfläche reichen (sonst kommen Wühlmäuse von oben in den Wurzelraum)

Pflanzung & Gießmulde:

  • Der Wurzelballen muss vor der Pflanzung gut durchfeuchtet sein.
  • Drahtgewebe oder unverrottbare Materialien um den Wurzelballen werden entfernt
  • beschädigte Wurzeln sauber abschneiden
  • Pflanztiefe des Wurzelballens sollte der vorherigen Pflanztiefe in der Baumschule entsprechen – Erde nach der Pflanzung leicht andrücken
  • Gießrand ausformen und durchdringend gießen

Sonderfall Clematis:

Clematis Pflanzen wollen einen schattigen Fuß. Der Wurzelbereich soll kühl und beschattet sein, da sie empfindlich auf Hitze und Austrocknung reagieren und ein beschatteter Boden besser Feuchtigkeit hält.

Gießen

Zu den wichtigsten Maßnahmen gehört das angepasste Gießen bei jungen Gehölzen; denn diese brauchen in Trockenperioden regelmäßig Wasser.

Beim Gießen ist Folgendes zu beachten:

  • je jünger eine Kletterpflanze ist, desto wichtiger ist ein angepasstes Gießen, da das Wurzelsystem noch nicht groß genug ist, um sich auch in Trockenperioden gut mit Wasser versorgen zu können
  • lieber seltener, aber dafür durchdringend gießen
  • pro Meter Pflanzenhöhe wird in extremen Trockenzeiten alle 3-4 Tage eine Wassermenge von ca. 10 Liter pro Pflanze gegossen
  • ab dem zweiten Standjahr wird nur mehr bei starker Trockenheit gegossen

Düngung & Stärkung

Frisch gepflanzte Kletterpflanzen werden nicht zusätzlich gedüngt. Das Substrat bzw. der beigemengte Kompost enthält genügend Nährstoffe. Kletterpflanzen kommen in der Regel ohne zusätzliche Düngemittel aus. Laub und andere Heckenabfälle dienen dem Humusaufbau und sollten liegen bleiben.

Pilzanfällige Kletterpflanzen können regelmäßig mit pflanzenstärkenden Brühen wie z.B. Ackerschachtelhalm, Komposttee oder Pflanzenstärkungsmitteln aus dem Fachhandel gespritzt und gegossen werden. Das erhöht die Vitalität der Pflanzen.

Die Rankgehölze sollten immer mit Rasenschnitt, Holzhäcksel, Holz-/Gartenfaser, u. ä. gemulcht werden. Dadurch werden Beikräuter unterdrückt, die eine Konkurrenz für junge Kletterpflanzen darstellen könnten, zudem bleibt die Erde länger feucht.

Jungpflanzen- und Pflege

Pflege direkt nach dem Pflanzen (Jungpflanzen)

  • gut angießen: Nach dem Einsetzen gründlich wässern, damit die Erde sich setzt und die Wurzeln Kontakt zum Boden bekommen.
  • regelmäßig feucht halten: In den ersten Wochen darf der Wurzelbereich nicht austrocknen. Besonders bei warmem Wetter häufiger gießen.
  • Boden mulchen: Eine dünne Mulchschicht hält Feuchtigkeit im Boden und schützt vor Temperaturschwankungen.
  • Rankhilfe fixieren: Jungpflanzen brauchen eine stabile Kletterhilfe (Spanndrähte, Gitter, Seile). Triebe vorsichtig anbinden, damit sie sich richtig orientieren.
  • Unkraut entfernen: Konkurrenz um Wasser und Nährstoffe vermeiden.
  • leichte Startdüngung: Nach einigen Wochen kann ein milder, organischer Dünger helfen, das Wachstum anzuregen.

Pflege im späteren Wachstum

  • regelmäßig, aber moderat gießen: Etablierte Pflanzen sind meist robuster, brauchen aber bei Hitze oder Trockenperioden weiterhin Wasser.
  • jährlich düngen: Einmal im Frühjahr organisch düngen (Kompost, organischer Langzeitdünger) reicht meist aus.
  • Triebe leiten und anbinden: Neue Ranken regelmäßig an der Kletterhilfe befestigen, damit die Pflanze gleichmäßig wächst.
  • Rückschnitt:
    • Sommergrüne Arten: Rückschnitt im Spätwinter/Frühjahr, um Form und Größe zu steuern.
    • Immergrüne Arten: Nur leicht auslichten, wenn nötig.
  • Kontrolle auf Schäden: Auf Schädlinge, Frostschäden oder abgestorbene Triebe achten und diese entfernen.
  • Bodenpflege: Mulch erneuern, Boden locker halten, Staunässe vermeiden.
Gemeinsam für ein gesundes Morgen.